stadt_land_flucht_buchHolger Reichard & Karsten Weyershausen: Stadt. Land. Flucht.
Kuhmist oder Kohlenmonoxid? Auf der Suche nach dem idealen Leben
Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin | Mai 2015 | ISBN 978-3-86265-446-8
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Die einen verteufeln die Stadt als anonymen Moloch aus Asphalt und Autoabgasen, die anderen lächeln über unbedarfte Landeier, die weder Kunst noch Kultur vor Ort haben. Auch wenn der Trend zur Stadtflucht anhält, wissen wir spätestens seit BAUER SUCHT FRAU, dass nicht alles Gold ist auf dem Lande. Die Statistik behauptet gar, dass Städter ein gesünderes Leben führen. Was also ist die ideale Lebensform? Happy Hour oder Grillen im Garten? Oper oder Schützenfest? Saubere Landluft oder verräucherte Szenekneipen? Muss man sich überhaupt entscheiden oder kann man vielleicht beides unter einen Hut bringen? Und: Beneidet man am Ende gar das Leben, das der andere führt? Wird einem die Vorliebe für die Stadt oder das Dorf in die Wiege gelegt? Was bringt einen Menschen dazu, einer dieser beiden Lebensformen den Vorzug zu geben? Unser Wohnort hängt oft vom Job ab, unsere Beziehungen vom Zufall. Manch einer, der sein Glück in der Ferne suchen wollte, schaffte es lediglich zwei Straßen weiter, während andere der Karriere wegen um die Welt reisen, obwohl sie eigentlich viel lieber an einem Ort leben würden, wo jeder jeden kennt.

Die Autoren Holger Reichard und Karsten Weyershausen haben sich über das ideale Leben Gedanken gemacht. In ihrem Buch STADT. LAND. FLUCHT. berichten sie in satirischen, pointierten Texten vom Lieben und Leiden zwischen Kuhmist und Kohlenmonoxid. Der eine lebt als bekennendes Landei mit Frau, Kind und Katze in einem Haus auf dem Dorf, der andere als Stadtneurotiker zur Miete. Beide nehmen jedoch für sich in Anspruch, das ideale Leben zu führen – frei nach Sokrates: »Viel wichtiger als zu leben ist es, gut zu leben.«

Stimmen zum Buch:

Die beiden Autoren teilen das Hin- und Hergerissensein vieler Menschen heute, die vor dieser wichtigen Entscheidung stehen – der Entscheidung, wie und wo sie wohnen und leben wollen. Zurück aufs Land oder umgekehrt. Den Leser nehmen sie mit auf ihre persönliche Reise, auf die Suche nach dem richtigen Wohnen, in deren Verlauf jeder für sich herausfand, was ihn auf Dauer glücklicher macht. Aber auch jemand, der bereits fündig geworden ist, bekommt die Gelegenheit, das eine oder andere zu hinterfragen und sich in vielen Situationen wiederzuerkennen – und muss dabei immer wieder unweigerlich schmunzeln.

Homestory, RP-Online | Mai 2015 | homestory.rp-online.de


Die Diskussion darum, ob die Lebensqualität auf dem Land oder in der Stadt höher ist, ist vermutlich so alt wie menschliche Wohnbebauung, aber die beiden Autoren Holger Reichard und Karsten Weyershausen widmen ihr dennoch genau jetzt ein ganzes Buch. Hätte schiefgehen können, tut es aber ganz und gar nicht: Jeder von beiden bevorzugt einen von beiden Standorten, und was ihre anekdotische und analytische Betrachtung so verschlingbar macht, ist die Differenziertheit. Jeder von beiden sieht Vor- und Nachteile in beiden Varianten. Keine Sichtweise wird verherrlicht, die andere nicht rettungslos bloßgestellt. Positiv dazu kommt, dass die Autoren einen (…) seriösen, kompakten und treffenden Schreibstil haben, angenehm frei von Allüre, Attitüde und Schenkelklopferhumor. Dieses Buch macht Spaß.

Matthias Bosenick, KrautNick-Magazin | Mai 2015 | vanbauseneick.de

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